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Lesen, lesen, lesen - Der Literaturgesprächskreis der Stadtbücherei am Dienstag

Lesen Sie gerne, doch es fehlt Ihnen das Gespräch über das Buch?
Der Literaturgesprächskreis bietet Gelegenheit zum Austausch von Leseerfahrungen und Gedanken, zur Diskussion und Auseinandersetzung mit dem Gelesenen. Literarische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Interessiert?   
Schauen Sie doch einfach mal vorbei, wir freuen uns über neue Teilnehmer.
Bei jedem Treffen steht ein anderes Buch im Mittelpunkt des Abends.
Leitung: Dorothee Heitkamp-Gieseler M.A.
Stadtbücherei 1. OG, 20.00 Uhr ; Teilnahmegebühr 4,- €

 

28.04.2020    Richard Ford: Zwischen Ihnen
Wenig ist uns so vertraut und so fremd wie das Leben der eigenen Eltern
Mit 17 Jahren verliebt sich Edna Akin aus Arkansas in Parker Ford, einen Jungen vom Land mit den durchscheinend hellblauen Ford-Augen. Sie heiraten und beginnen ein Nomadenleben in den Südstaaten Amerikas - Parker arbeitet als Handlungsreisender. Sie genießen es, der Enge ihrer Herkunft entkommen zu sein. Die Geborgenheit, die es in ihrer Welt, dem Amerika der frühen Ford-Romane, nicht gibt, finden sie beieinander. Dann kommt ein einziges spätes Kind zur Welt - und alles ändert sich. Wenig ist uns so vertraut und so fremd wie das Leben der eigenen Eltern.

26.05.2020    Annie Ernaux: Die Jahre
Kindheit in der Nachkriegszeit, Algerienkrise, die Karriere an der Universität, das Schreiben, eine prekäre Ehe, die Mutterschaft, de Gaulle, das Jahr 1968, Krankheiten und Verluste, die sogenannte Emanzipation der Frau, Frankreich unter Mitterrand, die Folgen der Globalisierung, die uneingelösten Verheißungen der Nullerjahre, das eigene Altern. Anhand von Fotografien, Erinnerungen und Aufzeichnungen, von Wörtern, Melodien und Gegenständen vergegenwärtigt Annie Ernaux die Jahre, die vergangen sind. Und dabei schreibt sie ihr Leben - unser Leben, das Leben - in eine völlig neuartige Erzählform ein: "Annie Ernaux ist die Königin der neuen autobiographischen Literatur." Die Zeit

23.06.2020    Katja Petrowskaja: Vielleicht Esther
Hieß sie wirklich Esther, die Großmutter des Vaters, die 1941 im besetzten Kiew allein in der Wohnung der geflohenen Familie zurückblieb? Die jiddischen Worte, die sie vertrauensvoll an die deutschen Soldaten auf der Straße richtete - wer hat sie gehört? Und als die Soldaten die Babuschka erschossen, "mit nachlässiger Routine" - wer hat am Fenster gestanden und zugeschaut? In Kiew und Mauthausen, Warschau und Wien legt Katja Petrowskaja Fragmente eines zerbrochenen Familienmosaiks frei - Stoff für einen Epochenroman, erzählt in lapidaren Geschichten. Die Autorin schreibt von ihren Reisen zu den Schauplätzen, reflektiert über ein zersplittertes, traumatisiertes Jahrhundert und rückt Figuren ins Bild, deren Gesichter nicht mehr erkennbar sind. Ungläubigkeit, Skrupel und ein Sinn für Komik wirken in jedem Satz dieses eindringlichen Buches.